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"Zukunftspaket Pflege bleibt politisch mutlos – Versorgung im Landkreis ist damit nicht zukunftsfähig. Der Entwurf löst keine der zentralen Krisen der Pflege- weder in Deutschland noch in Ludwigsburg“

  • tziora
  • 4. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Ludwigsburg, 04.12.25 –

Die Bundesregierung und die Länder wollen am 11. Dezember 2025 ihre Ergebnisse zum Zukunftspakt Pflege präsentieren. Was bislang vorliegt, ist nach Einschätzung der PAZ Pflegerische Ambulanzzentren GmbH in Ludwigsburg jedoch kein Durchbruch, sondern ein weiterer Beleg dafür, dass die Politik den Ernst der Lage unterschätzt.

„Dieser Entwurf zeigt gute Absichten, aber er vermeidet systematisch jede echte Reform“, kritisiert Christina Maria Tziora, Geschäftsführerin der PAZ Pflegerische Ambulanzzentren GmbH. „Für den Landkreis Ludwigsburg ist das fatal. Unsere Region wächst, der Pflegebedarf steigt – und die geplanten Maßnahmen reichen schlicht nicht aus.“


Ambulante Pflege: Bürokratieabbau angekündigt – aber nicht umgesetzt


Die geplante Zusammenführung in zwei Leistungsbudgets klingt modern, löst aber die Hauptprobleme nicht:

  • zu wenig Leistung,

  • zu wenig Flexibilität für die Dienste,

  • keine klare, verlässliche Refinanzierung der tatsächlichen Kosten.

„Wir brauchen keine kosmetischen Strukturänderungen, sondern echte Leistungssteigerungen und klare Finanzierungszusagen. Sonst werden ambulante Dienste – auch im Landkreis Ludwigsburg – weiter ausbluten“, so Tziora.


Teilstationäre und stationäre Versorgung: Gute Ideen ohne politische Konsequenz


Ob Verhinderungspflege zugunsten der Tagespflege umgeschichtet wird, bleibt unklar. Die vollständige Übernahme der medizinischen Behandlungspflege durch die Krankenversicherung ist zwar richtig – aber längst überfällig.

Der Landeszuschuss von 200 Euro pro Bewohner und Monat ist ein Anfang, aber kein struktureller Fortschritt.

„Es wirkt, als wolle man ohne Widerstände im Bundesrat ein Minimalpaket verabschieden“, kritisiert Tziora. „So stabilisiert man aber weder die stationären Einrichtungen noch die gesamte Versorgungskette im Landkreis.“


Eigenanteile: Familien werden weiter im Stich gelassen


Statt echte Entlastung zu schaffen, bleibt die Politik beim Teilleistungssystem – das bedeutet: Pflegebedürftige zahlen weiter drauf. Punkt.

„Für eine Region wie Ludwigsburg, mit hohen Lebenshaltungskosten und wachsender sozialer Spaltung, ist das politisch verantwortungslos“, kommentiert Tziora.„Ob Sockelbetrag oder jährliche Dynamisierung – beides bleibt Stückwerk. Wir brauchen ein solidarisches System, das Menschen nicht in Pflegearmut treibt.“


Ausbildung, Prävention, Digitalisierung: Gute Schlagworte ohne verbindliche Umsetzung


Die vollständige Steuerfinanzierung der Pflegeausbildung ist nicht nur ein sinnvoller und längst überfälliger Schritt, sondern auch eine klare Aufwertung des Pflegeberufs. Sie setzt ein wichtiges politisches Signal: Pflege ist ein hochqualifizierter Beruf, der erlernt wird – und dessen gesellschaftliche Bedeutung eine solide, staatlich gesicherte Finanzierung verdient.


Auch im Bereich Digitalisierung bleibt der Entwurf unkonkret.„KI in der Pflege ist kein Zukunftsthema, sondern Gegenwart“, so Tziora. „Wir brauchen verpflichtende Digitalstandards, nicht nur Förderversprechen ohne Umsetzung.“


Finanzierung: Der große politische Konflikt wird vertagt


Statt sich klar zu positionieren, legt die Bundesregierung lediglich zwei gegensätzliche Modellvorschläge zur Einnahmesicherung vor – und entscheidet sich für keinen davon.

„So kann man keine Pflegeversicherung stabilisieren“, warnt Tziora. „Der Landkreis Ludwigsburg braucht eine verlässlich finanzierte, auskömmliche Pflege. Was wir erhalten, ist ein politischer Kompromiss ohne Tragfähigkeit.“


„Der Entwurf löst keine der zentralen Krisen der Pflege – weder in Deutschland noch in Ludwigsburg.“


„Wir erwarten eine Reform, die den Namen verdient“, fordert Christina Maria Tziora. „Mehr Leistungen, weniger Bürokratie, stabile Refinanzierung und eine Strategie, die ambulante Pflege stärkt – denn wir tragen die Hauptlast der Versorgung im Landkreis Ludwigsburg.“

Das PAZ Ludwigsburg appelliert an Politik auf Bundes- und Landesebene, die Ergebnisse der Arbeitsgruppe nicht als Endpunkt, sondern als Ausgangspunkt zu verstehen.Nur mit mutigen Entscheidungen kann die Pflege in Baden-Württemberg langfristig abgesichert werden.




Die PAZ Pflegerische Ambulanzzentren GmbH mit Sitz in Ludwigsburg betreut rund 200 Patientinnen und Patienten im gesamten Landkreis und zählt zu den modernsten ambulanten Pflegediensten der Region. Das Unternehmen arbeitet hoch digitalisiert und effizient und verbindet mit dem Versorgungsmodell „Hypf – Hybride Pflege“ digitale Prozesse mit persönlicher Betreuung. Auf Basis eines ganzheitlichen Versorgungskonzepts bietet PAZ ein breites Spektrum an Grund-, Behandlungs- und spezialisierten Pflegeleistungen für Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Alltagsbegleitung und Haushaltshilfe. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten ein sicheres, selbstbestimmtes Leben in ihrem häuslichen Umfeld zu ermöglichen.

 
 
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